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Neujahrsgedicht – Neujahrslied
Grimm Märchen

Neujahrsgedicht – Neujahrslied - Märchen von Johann Peter Hebel

Vorlesezeit für Kinder: 2 min

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zu Zeiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch e wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder
und kein Mensch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage,

jedem auf dem Lebenspfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

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Hintergründe

Interpretationen

Zusammenfassung

Textanalyse

Johann Peter Hebel war ein deutscher Dichter, der im 18. und 19. Jahrhundert lebte. Er ist bekannt für seine Alemannischen Gedichte und seine Erzählungen, die oft einfache Menschen und das alltägliche Leben zum Thema haben. Hebels Werke sind für ihre tiefgründige Weisheit und ihren humanistischen Geist bekannt.

Hebel lebte in einer Zeit großer sozialer und politischer Veränderungen. Das Europa seiner Zeit war geprägt von den Nachwirkungen der Französischen Revolution, den napoleonischen Kriegen und den sich verändernden sozialen Verhältnissen während der Industriellen Revolution. Diese Umbrüche mögen einen Einfluss auf Hebels Denken und Schreiben gehabt haben und könnten zu seinem Verständnis von Freude und Leid als grundlegenden Aspekten des menschlichen Lebens beigetragen haben.

Darüber hinaus war Hebel ein tief religiöser Mensch. Er war evangelischer Pfarrer und später auch Prälat der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sein Glaube prägt viele seiner Werke, und das vorliegende Gedicht ist keine Ausnahme. Der Appell an die göttliche Gerechtigkeit und die Bitte um göttliche Unterstützung zeigen Hebels tiefen religiösen Glauben.

Es ist wichtig zu betonen, dass Hebel für seine Fähigkeit bekannt war, tiefe philosophische und moralische Einsichten in einfache und leicht verständliche Verse zu verpacken. Dies macht sein Werk sowohl für Literaturkritiker als auch für ein breites Publikum ansprechend. Das vorliegende Gedicht ist ein gutes Beispiel für Hebels Fähigkeit, tiefgründige Themen auf zugängliche Weise zu behandeln.

Dieses Gedicht von Johann Peter Hebel ist eine feinsinnige Reflexion über das Leben und dessen unausweichliche Dichotomie von Freude und Leid. Hier sind einige mögliche Interpretationen des Gedichts:

Dualismus des Lebens: Das Gedicht thematisiert den Dualismus des Lebens, das ständige Auf und Ab von Freude und Schmerz. Hebel betont, dass das Leben aus beiden Aspekten besteht und keiner von ihnen vermieden werden kann. Diese Akzeptanz des Lebens wie es ist, weist auf eine philosophische oder stoische Haltung hin.

Die Vergänglichkeit des Lebens: Hebel spricht auch die Vergänglichkeit und den ständigen Wandel im Leben an. Sonnen wallen auf und nieder, Wolken gehen und kommen wieder, all dies sind Metaphern für den Zyklus des Lebens, den kein Mensch ändern kann. Diese Betrachtung lädt uns ein, das Leben in all seinen Facetten zu akzeptieren und zu genießen.

Hoffnung und Trost: Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen, die im Gedicht behandelt werden, bietet Hebel Trost und Hoffnung. Er betet um göttliche Unterstützung und wünscht, dass jedem ein Freund zur Seite steht und Hoffnung gegeben wird. Diese positive Haltung kann als Aufforderung interpretiert werden, das Leben mit Mut und Hoffnung zu begegnen, unabhängig von den Herausforderungen, die es mit sich bringt.

Sozialer Kommentar: Mit der Zeile „Schon gemischt, noch e wir’s bitten, ist für Throne und für Hütten Schmerz und Lust im Lose“ betont Hebel die universelle Natur von Freude und Schmerz. Unabhängig vom sozialen Status, ob in einer königlichen Residenz oder in einer bescheidenen Hütte, sind Freude und Leid Bestandteil des menschlichen Lebens. Dieses Gedicht kann also auch als Kommentar zur menschlichen Gleichheit und der gemeinsamen menschlichen Erfahrung interpretiert werden.

Die Rolle des Göttlichen: Hebel bittet den, der „über uns wägt mit rechter Waage“ – ein klarer Hinweis auf Gott oder eine höhere Macht –, um Hilfe und Unterstützung. Dies könnte als Glaube an eine göttliche Gerechtigkeit interpretiert werden, die das Leben ausgleicht und sicherstellt, dass jeder sowohl Freuden als auch Leiden erfährt.

Zusammengefasst könnte man sagen, dass Hebels Gedicht eine tiefgründige Betrachtung der menschlichen Existenz ist. Es lädt uns ein, das Wechselspiel von Freude und Leid als eine universelle und unvermeidliche Lebenserfahrung zu akzeptieren und dabei Hoffnung und Mut zu bewahren.

Das Gedicht von Johann Peter Hebel handelt vom ewigen Wechselspiel des Lebens zwischen Freude und Schmerz, das sich unaufhörlich durch die Zeiten zieht. Es akzeptiert diese Dichotomie als ein unabwendbares Naturgesetz und ruft zur Weisheit und zum Mut im Umgang mit beiden Seiten des Lebens auf.

In der ersten Strophe spricht Hebel von den Veränderungen, die das Leben mit sich bringt – Schmerz und Freude, Stürme und milde Weste, Sorgen und Feierlichkeiten – all das sind Facetten des Lebens, die sich im Laufe der Zeit abwechseln.

In der zweiten Strophe vertieft er die Idee des Zusammengehens von Freude und Schmerz, indem er die Metapher einer fallenden Träne, aus der eine Rose entsteht, verwendet. Diese Bilder zeigen, dass aus Schmerz auch Schönheit und Freude hervorgehen können und dass für jeden Menschen, unabhängig von seinem sozialen Status (Thron oder Hütte), sowohl Schmerz als auch Freude vorbestimmt sind.

Die dritte Strophe ist eine Reflexion darüber, dass das Muster von Freude und Schmerz konstant ist und sich auch in Zukunft nicht ändern wird. Die Sonnen wandern auf und ab, Wolken kommen und gehen, aber keiner kann diesen Zyklus aufhalten oder verändern.

In der vierten Strophe bittet der Dichter um göttliche Führung und Unterstützung in diesem unvermeidlichen Wechselspiel des Lebens. Er bittet um einen Sinn für Freuden, um Mut in Leiden und dass diese Gaben jedem in den neuen Tagen gegeben werden.

Die letzte Strophe ist ein Wunsch für alle auf ihrem Lebensweg. Er wünscht sich, dass jedem ein Freund zur Seite steht, ein zufriedenes Gemüt gegeben wird, und zur stillen Güte des Herzens gibt er Hoffnung in die Begleitung.

Zusammenfassend ist das Gedicht eine mahnende Reflexion über die unvermeidliche Dichotomie von Freude und Schmerz im Leben und ein Aufruf zur Akzeptanz und zum Mut im Umgang mit beiden. Es ist ein optimistisches Werk, das trotz seiner ernsten Botschaft auch Trost und Hoffnung bietet.

Die linguistische Analyse von Johann Peter Hebels „Neujahrsgedicht – Neujahrslied“ bietet eine interessante Perspektive auf die sprachlichen Mittel, die in diesem Werk verwendet werden, um Themen des Wandels, der Vergänglichkeit und der Hoffnung zu vermitteln.

Form und Struktur: Das Gedicht besteht aus zwei Strophen mit jeweils acht und sechs Zeilen. Der Rhythmus und der Reim (abwechselndes Reimschema) tragen zur musikalischen Qualität des Gedichts bei, was typisch für die Zeit war und durch den Titel als „Lied“ gerechtfertigt wird. Die feste Struktur unterstützt die thematische Spannung zwischen Vorhersehbarem und Unvorhersehbarem im Leben.

Thema und Motivik: Hebel arbeitet mit dualen Motiven, wie Freude und Schmerz, Blume und Träne, Stürme und milde Weste, um die Dichotomie und das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Aspekten des Lebens darzustellen. Diese Gegensatzpaare verdichten die Bedeutungsschichten und spiegeln die Wechselhaftigkeit des Lebens wider.

Sprachliche Mittel

Metapher und Symbolik: Begriffe wie „Stürme“ und „milde Weste“ sind metaphorisch und symbolisch für Herausforderungen und glückliche Zeiten. „Trone und Hütten“ stehen für die soziale Bandbreite der Menschheit und betonen die Universalität der menschlichen Erfahrung.
Personifikation: Schmerz und Freude werden fast wie Figuren behandelt, die „traulich“ durch die Zeiten ziehen. Diese Personifikation verleiht dem Gedicht eine lebendige, dynamische Qualität.
Alliteration: Klänge werden durch Alliteration, wie in „Freude zieht Schmerz“ und „Sorgen, frohe Feste,“ verstärkt, was den sprachlichen Fluss unterstützt und bestimmte Konzepte hervorhebt.

Sprachebene und Stil: Hebels Sprache ist poetisch und formal, was der Zeit entspricht. Sie nutzt eine klare und elegante Sprache, um tiefere philosophische Gedanken über das Leben und das menschliche Streben nach Hoffnung und Balance auszudrücken. Die Sprache balanciert zwischen der Einfachheit der Darstellung und der Komplexität der Gefühle.

Botschaft und Wirkung: Die Botschaft des Gedichts richtet sich auf die Akzeptanz der Ungewissheiten des Lebens und das Gleichgewicht von Leiden und Freude. Der Schluss des Textes bietet jedoch eine versöhnliche Note, indem er jedem „einen Freund zur Seite“ und „Hoffnung ins Geleite“ wünscht. Es wirkt beruhigend und ermutigend, besonders in einer Neujahrssituation, in der man sich den kommenden Herausforderungen bewusst ist, aber auch neue Chancen und Hoffnungen begrüßt.

Diese Analyse zeigt, wie Johann Peter Hebel durch die geschickte Kombination von Form, Stil und sprachlichen Mitteln zeitlose menschliche Erfahrungen und Emotionen einfängt und verarbeitet.


Informationen für wissenschaftliche Analysen

Kennzahl
Wert
Lesbarkeitsindex nach Amstad87.3
Lesbarkeitsindex nach Björnsson24.9
Flesch-Reading-Ease Index78.2
Flesch–Kincaid Grade-Level5.5
Gunning Fog Index6.1
Coleman–Liau Index11.6
SMOG Index7.5
Automated Readability Index6.8
Zeichen-Anzahl703
Anzahl der Buchstaben530
Anzahl der Sätze9
Wortanzahl114
Durchschnittliche Wörter pro Satz12,67
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben14
Prozentualer Anteil von langen Wörtern12.3%
Silben gesamt156
Durchschnittliche Silben pro Wort1,37
Wörter mit drei Silben5
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben4.4%
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